Mein Besuch bei Peter Lindbergh

Am vergangenen Freitag habe ich es wirklich geschafft und mich in den Zug nach München gesetzt. Dort wollte ich mir die Peter Lindbergh-Ausstellung anschauen.

Um 6:23h fuhr mein Zug vom Bahnhof Wilhelmshöhe in Richtung München. Ankunft ca. 9:30h (aber das weiß man bei der Bahn ja nie). Ok, mit 10 Minuten Verspätung schaffte es der Zug und der schlecht englischsprechende Schaffner es dann noch rechtzeitig in die Wartehallen in München.

So, Handy Kalibrieren, Richtung checken und los geht es. Natürlich habe ich einen Teil meiner Fotoausrüstung dabei, denn man weiß ja nie, wen man so trifft.
Angekommen auf dem Bahnhofsvorplatz stelle ich fest, dass er sich auf keinen Fall durch das Klientel von anderen Bahnhöfen in anderen Großstädten unterscheidet. Alle Sprachen, alle Gesellschaftsschichten und alle Alkoholika findet man hier.

So, die Richtung habe ich – los geht es durch die Innenstadt Richtung Kunsthalle. Dabei sauge ich auf, was ich sehe und höre. Ich stelle fest, dass die hier unten wirklich so sprechen, denn bis dato dachte ich, dass ist ein Slang, der nur im Musikantenstadl und alten deutschen Filmen gesprochen wird. Bei gefühlten 40°C betrete ich die wohlklimatisierten Hallen der Kunsthalle München und bin gleich (auch als Werbetechniker) von dem großen Bild am Empfang begeistert. 12€ Eintritt und die Welt der achtziger Jahren liegt vor mir.
Dummerweise habe ich den Moment erwischt, in dem eine Gruppe mit Menschen (wohl aus den Anfängen von Peter Lindbergh) eine Führung machen und der Gruppenleiter lautstark sein auswendig gelerntes Wissen an die Gruppe zu vermitteln versucht. Was aber aufgrund der Kopfhörer der Gruppe irgendwie nicht ging. Also hielt ich mich im ersten Raum gleich sehr lange auf um dem Schwarm erstmal laufen zu lassen.

Die erste Bilderflut ist schon überwältigend, wenn man die Bilder die man sonst nur aus Zeitungen kennt auf einmal in einer großen Version an der Wand hängen sieht. Viele Bekannte Models und Szenen die man irgendwie schon mal gesehen hat, dann aber feststellt dass man sie nie Wirkich so gesehen hat. Jedes Bild lädt zum verweilen ein und man fragt sich immer wieder, warum diese Bilder einfach so toll sind. Schwarzweiß Bilder in ganz klassischer Ausführung. In mitten des Raumes steht noch eine Vitrine, die kleine Exponate, Diastreifen und Vergrößerungsglas zeigen und man bekommt eine Ahnung wie schwer ist, die Bilder auszusuchen, die Peter Lindbergh sich ausgesucht hat.

Im zweiten Raum sieht es beinahe aus, wie im Vorraum seines Ateliers. Schränke mit Bilderkisten, Kameras des Meisters, Lampen etc. Ausschnitte aus Veröffentlichungen in den verschiedenen berühmten Magazinen und Kalendern. Zum erstmal erscheint dort die Entwicklung ziemlich deutlich, in dem er mehr dem androgynen Stil entwickelt, Frauen in Männeranzügen zu fotografieren.
In einer kleinen Ecke wird ein Film gezeigt, wie er Fotografiert, mit den Models umgeht und es sich am Set zu getragen hat.

Der dritte Raum ist komplett in Schwarz gehalten und zeigt riesige Wandbilder die wie eine Tapete an den Wänden hängen und man bekommt das Gefühl in einer seiner Bilderkisten zu sein. Leichte Musik untermal die spannenden Situation. In einem kleinen Nebenraum wird eine Videoinstallation gezeigt, die sich mit seinem Thema „Tanz“ auseinandersetzt und Szenen aus sich bewegen Menschen zeigt, die in einer nebeligen Landschaft aus Licht und Form tanzen.

Immer wieder werden diese Bilder mit Portraits berühmter Menschen unterbrochen und zeigen deutlich, wie er sich in den Jahren entwickelt und verändert hat. „Wie verrückt und unwirklich doch die Idee ist, alle Erfahrungen aus einem Gesicht zu eliminieren“ ist ein Zitat, welches sich durch die Arbeiten von Lindbergh zieht. Und man kann es sehen und es macht Freude die Menschen vor seiner Kamera nicht nur als Supermodels zu sehen, sondern Menschen wie Du und ich…

Fazit. Man kann nicht alle Eindrücke beschreiben und man kann es schwer in Wort fassen, wie die Bilder in der Ausstellung auf einen wirken, dass sollte jeder für sich selber rausfinden. Mich hat es begeistert und wieder inspiriert, weiter nach meinem Bild zu suchen.

Vielen Dank dafür, Peter Lindberg

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