mein eigenes Bild

Heute will ich mich mal mit Bildern aus vermeintlichen „Anfängergruppen“ bei Facebook äußern. Vorweg, das ist meine Meinung und spiegelt keinen Eindruck der Allgemeinheit wieder.

Ich stelle immer wieder fest, dass in Fotogruppen Bilder gepostet werden, die einfach „einfach“ sind. Sprich, es hat sich jemand eine Kamera gekauft und präsentiert stolz seine ersten Ergebnisse. Oft sind es banale Bilder, die man wahrscheinlich mit einem Handy hätte genauso oder aber besser machen können. Aber darum geht es nicht. Es soll viel mehr darum gehen, was man selber empfindet wenn man ein Foto macht.

Der Profi:
Er produziert was, was vielleicht sogar vorher in seinem Kopf war und ist natürlich stolz auf sein Ergebnis. Dazu braucht er aber nur das Wissen, wie man die Idee, die im Kopf schwirrt umsetzbar ist. Dazu greift er auf die gesamte Klaviatur der Kamera, der Ausleuchtung, das Wissen um Belichtung, etc. zurück und natürlich auf den langen Zeitraum des Erlernten.

Der Semi-Profi:
hat ebenfalls eine Idee, kennt sich aber mit Kamera und Beleuchtungen noch nicht richtig aus, weiß aber, was er (theoretisch) machen muss um dieses Bild zu erzeugen. Oft scheitert er am Ende an der eigenen Perfektion und ärgert sich. Nutzt dann aber Kollegen, Fotografenfreunde und Möglichkeiten seine Bilder zu optimieren, Kritik anzunehmen (egal wie schwer es auch ist) und versucht es ein weiteres mal.

Der Anfänger:
Und da rede ich ausschließlich über mich. Man kauft sich eine Kamera und macht die ersten (nach eigenem Ermessen) gute Bilder. Auf dem Display sieht man schon mal einen unscharfen Hintergrund, tolle Farben und man hat was selber geschaffen. Unter den beiden oben Beschriebenen fällt das Urteil über solche Fotos oft erschreckend aus, eben weil sie ein ganz anderes Hintergrundwissen besitzen. Das Urteil des Anfängers ist aber ein ganz anderes. Man hat sich eine Kamera gekauft, die oft nicht billig sind und erzeugt nun Bilder, die man vorher von sich selber noch nicht gesehen hat. Und auf einmal kommt alles zusammen. Das Urteil darüber, dass man viel Geld ausgegeben hat, das man sich getraut hat, die Freundin anzusprechen ob sie Bilder machen will, die Tatsache, dass man die Zeit nicht auf dem Sofa verplempert hat sondern seinen Gedanken ein Bild geschaffen hat.
Die Freude ist noch nicht ganz das eigenen Bild was man machte, sondern die Freude und der Stolz entstehen durch das „geschaffene“ Bild.

Wenn man sich nach der emotionalen Welle, dann mit seinen Bildern beschäftigt und stellt fest, dass sie den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden, fängt in meinen Augen Fotografie an. Man vergleicht sich mit anderen und fragt sich immer wieder, warum diese Bilder besser aussehen, als die eigenen. Was machen „die“ anders und wie finde ich den Weg dorthin.

Um auf den Anfang zurück zu kommen: Anfängerfotogruppen sind für alle ein schweres Pflaster. Man muss als (semi-)Profil versuchen neutral zu bleiben und als Anfänger ein dickes Fell haben, dabei die Netikette einhalten und nicht verletzend sein, wenn das Bild auch noch so „schlecht“ ist. Immer sollte man sich die Frage stellen (Vielen Dank an Stefan Beutler, der mir diese Frage auch stellte) unter welchen Bedingungen, mit welchen Mitteln und welchem Wissen die Bilder entstanden. Oft rückt das die erste Wahrnehmung in ein ganz anderes Licht.

Fazit:
An die (semi-)Profis: seid entspannter und versucht nicht Eure Sichtweise in andere Bilder zu adaptieren.
An die Anfänger: Seid kritisch euren eigenen Bildern gegenüber und versucht erst „zu sehen“ und nicht fotografieren, denn nicht alles muss von allen gesehen werden.

Ein Kommentar

  1. Birgit

    Sehr schön geschrieben – und viele passende Passagen für mich dabei. Deine Worte machen Mut, sich weiterzuentwickeln, sich in seinen Fotos zu finden und den Kopf nicht in den Sand zu stecken, wenn das Ergebnis nicht so ist, wie man sich das gewünscht hat. Danke dir 😊

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.