Am 31. 07.2018 war es so weit.

Ich folge Andreas Jorns schon eine Weile auf Facebook und Instagram und fühle mich nicht nur angesprochen sondern auch sehr inspiriert von seinen Bildern. Ich würde seinen Stil fast „still“ beschreiben denn immer spielt in seinen Bildern eine gewisse Melancholie, eine innere Ruhe und Entspannung mit. Niemals aufdringlich aber immer so, dass man hängenbleibt ohne genau zu wissen warum?
Diese Frage beantwortet sich dann oft erst, wenn man in seine Bilder eintaucht und die Zeit, die Situation und das Licht erkennt, was genau zu diesem Sogeffekt führt.

Auf Facebook habe ich nun mitbekommen, dass Andreas und sein Model Katharina eine Tour durch Deutschland planen um Ihre Geschichte zum neuen Buch -come undone- vorzustellen. Ich konnte Andreas davon überzeugen, dass Kassel immer eine Reise wert ist und so ergab es sich schnell, dass er meine Einladung gefolgt ist und in das Herz von Deutschland gekommen ist.

Nun war Andreas und Katha da und präsentierten ihr Buch. Als Besucher waren ca. 25 Fotointeressierte aus dem Umkreis Kassel gekommen. Leider nicht so viel wie ich erwartet habe, aber immerhin an einem Tag mit ca. 35°C.

Andreas und Katha haben nicht ihr Buch präsentiert sondern haben uns einen emotionalen Eindruck in die drei Jahre dauernde Zusammenarbeit der beiden gegeben. Zu jedem Bild der Präsentation haben beide Ihre Eindrücke der Momente geschildert und haben offen über ihre Gefühle und Gedanken berichtet. Beinahe so, dass die Bilder die dabei entstanden eine logische Schlussfolgerung waren. Man spürte die Nähe der beiden zueinander und die Verbundenheit die aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist.

Heute nach ca. einer Woche Abstand schaue ich mir das Buch an und bin gleich wieder bei den Geschichten und Gedanken der beiden. Das Buch ist kein Hochglanzmagazin, kein reißerisches Bildarchiv sondern eine Beschreibung einer Geschichte zweier Menschen die sich kennen und vertrauen gelernt haben. Das erkennt man immer und immer wieder an den Bildern. Ein großes Lob geht dabei an Katharina, die es Andreas erlaubt hat, so tief in ihre Seele zu schauen. Und an Andreas der es geschafft hat, dieses im richtigen Moment zu erkennen und zu dokumentieren.  Die Bilder sprechen für sich und wenn man, wie von Andreas empfohlen, Tom Waits im Hintergrund laufen lässt, hat man zum jeden Zeitpunkt das Gefühl dabei gewesen zu sein oder die traurige Einsicht, nicht dabei gewesen zu sein.

Für mich ein tolles Buch, mit Bildern die sich die zwischen Helmut Newton, Peter Lindbergh und Vincent Peters einordnen können. Auch wenn sie mir näher am Leben erscheinen, als die arrangierten Bilder dieser drei Größen.

Ich freue mich, Euch beide kennen gelernt zu haben und freue mich über weitere Projekte.

Link zum Buch, bitte hier klicken