Ich bin zu alt für den Scheiß

Immer wieder scrolle ich mich durch meine Buddylisten bei Facebook und instagramm und finde immer und immer die selben Bilder. Ok, aufgrund meines Hobbys, sind die Menschen denen ich folge schon ein interessenbedingt sortiert. Neben den vielen Menschen, die man im wirklich leben kennt, folge ich natürlich auch vielen Fotografen und Modellen. Und genau dabei fällt mir folgendes auf: Vielen der Modells sind wunderschöne Menschen. Menschen die aus morgens nach einer durchzechten Nacht, ohne Schminke im Gesicht, noch vor dem Aufstehen wunderbar aussehen. Und dann… tackern sie sich mit Instagram und anderen sinnlosen Tools HASENOHREN, RIESEN AFFENAUGEN und KATZENSCHNURRHAARE in Gesicht. Liebe Models, liebe Menschen da draußen – irgendwann werden Eure Kinder diese Bilder finden und ich bin gespannt auf die Geschichte die ihr dann erzählen werdet. 🙂

 

Was soll das Bild aussagen?

Was soll das Bild aussagen?

Lesen wir das nicht oft in irgendwelchen FB-Gruppen oder Foren? Was willst Du uns mit diesem Bild sagen oder was ist die Nachricht in diesem Bild?

Ich muss zugeben, dass es für mich keine große Rolle spielt, was die „Message“ in einem Bild ist. Es gibt einfach Bilder die sprechen einen an oder eben nicht. Das können ein besonderer Schnitt sein, eine tolle Lichtführung, ein tolles Model (m/w) ein toller Typ, eine geile Location… Alles mögliche. Ich für meinen Teil will versuchen einfach Bilder zu machen, die mir gefallen. Ich will nicht mit jedem Bild eine Geschichte erzählen, dann wäre ich Schriftsteller oder Regisseur geworden, aber eben nicht Fotograf.

Oft ist es ein toller oder lieber Mensch, den man da vor der Kamera hat, mit dem man eine Menge Geschichten erlebt hat, aber das sieht der Betrachter nicht. Man weiß es eben nur, wenn man a) an den Geschichten beteiligt war oder man b) die Geschichte dazu kennt.

Ich weiß nicht, ob jemals Peter Lindbergh gefragt wurde, was die Geschichte hinter dem Bild ist, wenn man eine Kate Moss vor eine Wand stellt und sie gut aussehen lässt.

Andreas Jorns – come undone

Andreas Jorns – come undone

 

Am 31. 07.2018 war es so weit.

Ich folge Andreas Jorns schon eine Weile auf Facebook und Instagram und fühle mich nicht nur angesprochen sondern auch sehr inspiriert von seinen Bildern. Ich würde seinen Stil fast „still“ beschreiben denn immer spielt in seinen Bildern eine gewisse Melancholie, eine innere Ruhe und Entspannung mit. Niemals aufdringlich aber immer so, dass man hängenbleibt ohne genau zu wissen warum?
Diese Frage beantwortet sich dann oft erst, wenn man in seine Bilder eintaucht und die Zeit, die Situation und das Licht erkennt, was genau zu diesem Sogeffekt führt.

Auf Facebook habe ich nun mitbekommen, dass Andreas und sein Model Katharina eine Tour durch Deutschland planen um Ihre Geschichte zum neuen Buch -come undone- vorzustellen. Ich konnte Andreas davon überzeugen, dass Kassel immer eine Reise wert ist und so ergab es sich schnell, dass er meine Einladung gefolgt ist und in das Herz von Deutschland gekommen ist.

Nun war Andreas und Katha da und präsentierten ihr Buch. Als Besucher waren ca. 25 Fotointeressierte aus dem Umkreis Kassel gekommen. Leider nicht so viel wie ich erwartet habe, aber immerhin an einem Tag mit ca. 35°C.

Andreas und Katha haben nicht ihr Buch präsentiert sondern haben uns einen emotionalen Eindruck in die drei Jahre dauernde Zusammenarbeit der beiden gegeben. Zu jedem Bild der Präsentation haben beide Ihre Eindrücke der Momente geschildert und haben offen über ihre Gefühle und Gedanken berichtet. Beinahe so, dass die Bilder die dabei entstanden eine logische Schlussfolgerung waren. Man spürte die Nähe der beiden zueinander und die Verbundenheit die aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist.

Heute nach ca. einer Woche Abstand schaue ich mir das Buch an und bin gleich wieder bei den Geschichten und Gedanken der beiden. Das Buch ist kein Hochglanzmagazin, kein reißerisches Bildarchiv sondern eine Beschreibung einer Geschichte zweier Menschen die sich kennen und vertrauen gelernt haben. Das erkennt man immer und immer wieder an den Bildern. Ein großes Lob geht dabei an Katharina, die es Andreas erlaubt hat, so tief in ihre Seele zu schauen. Und an Andreas der es geschafft hat, dieses im richtigen Moment zu erkennen und zu dokumentieren.  Die Bilder sprechen für sich und wenn man, wie von Andreas empfohlen, Tom Waits im Hintergrund laufen lässt, hat man zum jeden Zeitpunkt das Gefühl dabei gewesen zu sein oder die traurige Einsicht, nicht dabei gewesen zu sein.

Für mich ein tolles Buch, mit Bildern die sich die zwischen Helmut Newton, Peter Lindbergh und Vincent Peters einordnen können. Auch wenn sie mir näher am Leben erscheinen, als die arrangierten Bilder dieser drei Größen.

Ich freue mich, Euch beide kennen gelernt zu haben und freue mich über weitere Projekte.

Link zum Buch, bitte hier klicken

Mein Besuch bei Peter Lindbergh

Mein Besuch bei Peter Lindbergh

Am vergangenen Freitag habe ich es wirklich geschafft und mich in den Zug nach München gesetzt. Dort wollte ich mir die Peter Lindbergh-Ausstellung anschauen.

Um 6:23h fuhr mein Zug vom Bahnhof Wilhelmshöhe in Richtung München. Ankunft ca. 9:30h (aber das weiß man bei der Bahn ja nie). Ok, mit 10 Minuten Verspätung schaffte es der Zug und der schlecht englischsprechende Schaffner es dann noch rechtzeitig in die Wartehallen in München.

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Fotofrust

Fotofrust

Kennt ihr das? Das man immer wieder versucht besser zu sein als sein letztes Bild und immer und immer wieder klappt es nicht. Keine Ahnung woran das liegt..? Man versucht an alles zu denken, was man sich angelernt, abgeschaut, angelesen und in Gesprächen gelernt hat und doch entsteht einfach niemals diese Bild, was der Kopf einem vormalt?

Im Moment befinde ich mich in solch einem Moment, der ja bekanntlich mal jeden „Fotografen“ trifft.

Ich gönne mir jetzt mal eine online-Pause um mich mit meiner Fotografie einfach mal auseinander zusetzen. Sprich: Mache ich das weiter, was ich bisher gemacht habe? Mache ich was anderes und wenn ja, was? Ich habe einfach noch keine Idee. Aber wie sagte Georg-Christoph-Lichtenberg sinngemäß: „Es ist nicht gesagt, dass es besser wird wenn es anders wird – soll es aber besser sein, muss es es anders werden!“

Wenn man sich auf einen Bereich konzentriert, sieht man leider auch immer und immer wieder sie selben Bilder und jeder versucht diese Bilder natürlich als die besten zu verkaufen, aber vieles davon ist einfach Einheitsbrei. Das sind die leicht bekleideten Frauen im Rapsfeld, gefolgt von Kirschblütenbilder, gefolgt von Urlaubsbildern am Strand, Kornfeldshooting… etc. (Ich habe sicher in der Chronologie was vergessen) Aber es ist eben der Wechsel der Jahreszeiten der immer und immer wieder umgesetzt wird.

Sicher kann man die Fotografie nicht immer neu erfinden und fast jedes Bild ist schon irgendwo mal gemacht worden, aber man kann verhindern, dass man sie immer und immer wieder sehen muss… Daher bin ich mit Volker Lewe – Fotografie bei Facebook erst mal raus.

Ich melde mich vielleicht im neuen Jahr wieder.